Ansicht Schloss Altdöbern

oben: Schlossansicht

Schloss Altdöbern:

Schloss Altdöbern

Auszug aus der Schlossgeschichte

Das Schloss entspringt einer alten Wasserburganlage. Das ist eine Burg- oder eine Schlossanlage, welche zu allen Seiten von Wasser umgeben ist. Erster bekannter Besitzer ist Ritter Poppo von Köckritz, ein berühmter Kriegsheld um 1304.

In den Jahren 1571 bis 1586 wurde es von dem sächsischen Beamten Hans von Dieskau durch einen Neubau im Stil der Renaissance vollständig ersetzt.

Skulptur im französischen GartenSpäter, um 1720, wurde das Schloss dann durch den damaligen Eigentümer General Alexander Dietrich von Eickstedt sehr aufwendig zu einem Barockschloss umgebaut. Er hatte das Anwesen 1712 erworben und nutzte es als Altersruhesitz. Unter seinem Sohn geriet die Anlage später in Konkurs und wurde 1746 an den sächsischen Hofküchenmeister Johann Jakob Nöller verkauft.
Seinem Erben, Carl Heinrich von Heineken, verdankt die Schlossanlage seine bedeutendste Zeit. Dresdener Künstler schufen im Stil des Rokoko ein wunderbares Zusammenspiel von Architektur und Gartengestaltung. Kanäle, Springbrunnen und Pavillons wurden errichtet, Staturen aufgestellt und die gesamte Anlage in bedeutender Weise vergrößert.

Von 1880 bis 1917 besaß Heinrich von Witzleben das Rittergut. Auch er nahm einige Umbauten vor. Sein Wappen ziert bis heute den Giebel des Schlosses. Das Wappen der von Heineken wurde von ihm an die Balkonbrüstung verlegt und durch einen Spruch ersetzt. Dieser lautet:

Mit dem Schwerte sei dem Feind gewehrt,
mit dem Pflug der Erde Frucht gemehrt.
Das Geschwätz der Städte sollst Du fliehn,
ohne Noth von Deinem Herd nicht ziehn.
Frei im Walde wohne Deine Lust.
Fromme Liebe in der treuen Brust.
So erblüh´ Dein wachsendes Geschlecht.
Das ist des deutschen Adels Sitt´ und Recht.

Wappen am Balkon

Das ehemalige Wappen der von Heineken wurde umgearbeitet und mit einem Spruch versehen.

Zur Zeit der DDR war das Schloss bis 1974 ein Kinder- und Altenheim der Caritas. Nach deren Auszug wurde es dem Verfall preis gegeben, bis es nach der Wende, im Jahr 1996, von der Brandenburgischen Schlösser GmbH erworben wurde. Seither finden auf dem Anwesen Sanierungsarbeiten statt. Eine besondere Herausforderung ist der vollständige Ersatz des alten Holz-Bohlen-Fundamentes durch eine 50 cm starke Bodenplatte in den Jahren 2008 und 2009. Im Anschluss wird eine Restaurierung der Malereien und Stukkarbeiten angegangen, so dass der Besucher in Zukunft eine vollständig sanierte Anlage genießen kann.