kunstvolle Kapelle

oben: denkmalgeschützte Kapelle in Cunnewitz

Die sorbisch-katholische Kultur in der Lausitz

In der Lausitzer Gegend um Kamenz, Wittichenau und Bautzen lebt das Volk der Sorben. Es siedelte sich beginnend, ab dem 7. Jahrhundert in dieser Region an. Durch ihren intensiven katholischen Glauben konnte die Sprache und damit auch die sorbische Kultur bis heute erhalten werden. Dieses Volk ist untrennbar mit der Lausitz verbunden. Es gibt der Region einen ganz besonderen Charakter. Einer ihrer wichtigsten kulturellen Höhepunkte ist zweifellos das Osterreiten. Aber auch der Brauch des Zamperns vor der Fastnacht oder die Vogelhochzeit erfreuen sich großer Beliebtheit. Zu weltweitem Ruhm kam die sorbische Krabat-Sage. Der gleichnamige Hollywoodfilm baut unmittelbar auf dieser historisch untermauerten Sage auf. Viele Szenen des Filmes wurden an lausitzer Originalschauplätzen gedreht. Am Standort der Schwarzen Mühle entsteht heute ein touristisch wirksamer Erlebnishof.
Die kulturellen Einflüsse der Sorben bestehen augenscheinlich auch im besagten, intensiv gelebten Katholischen Glauben. Davon zeugt die umfangreiche sakrale Kunst in diesem Gebiet. Hunderte Christuskreuze, sehr alte Betsäulen und viele kleine, kunstvolle Kapellen zieren die Wegesränder vor Feldern und Grundstücken. Eine Radtour durch diese Gegend kann nicht nur für Individualisten ein besonderes Erlebnis werden. Der sorbisch-sprachige Teil der Lausitz ist mancherorts pure Volkskunst und es gibt vieles zu entdecken.

Kopf einer historischen Betsäule

Viele, zum Teil sehr alte Betsäulen zieren die Wegesränder im sorbisch-sprachigen Teil der Lausitz. Eine besonders kunstvolle befindet sich in Dürrwicknitz direkt am Krabat-Weg.